Mein Liebster Award

Eva  Becker (www.beckereva.de) hat mich kürzlich für den „Mein Liebster Award“ nominiert, und ich zitiere mal, worum es geht:

„Man wird aus heiterem Himmel von einem anderen bloggenden Lebewesen nominiert, muss dann 11 Fragen beantworten und darf bis zu 11 weitere Blogger nominieren, die man selbst gerne mag.“

Folgende Fragen hat Eva mir und einer weiteren Person gestellt:

  1. Welche Funktion erfüllt das öffentliche Mitteilen/Teilen deiner Texte/Bilder? Warum machst du das?
  2. Wie gehst du mit Schaffenskrisen um? Wie mit der Griechenlandkrise. Welche von beiden magst du lieber?
  3. Wer oder was inspiriert dich?
  4. Worüber hast du dich zuletzt gefreut?
  5. Wovor hast du wirklich Angst?
  6. Hast du Zeit zu Lesen, was war das letze Buch/Onlineartikel, das/den du gelesen hast. Hast du Tips?
  7. Besitzt du eine Geheimdose? Glaubst du dass ich eine hab, und wenn ja was glaubst du ist darin?
  8. Worin besteht der Sinn des Lebens?
  1. Wenn du eine Comic/Cartoonfigur wärst, wer wärst du und warum?
  2. In diesem Moment: Ein Song, ein Film, ein Essen für die einsame Insel?
  3. Please verify that you are human *

Und hier meine Antworten:

  1. Welche Funktion erfüllt das öffentliche Mitteilen/Teilen deiner
    Texte/Bilder? Warum machst du das?

    Es geht mir – wie wahrscheinlich bei den meisten – darum, die eigenen Beobachtungen,
    Gedanken mit anderen zu teilen und so mit der Welt  in einen Kontakt zu
    treten. Ich wünsche mir eine Auseinandersetzung und einen Austausch mit den Themen.

    Es ist sehr interessant zu erfahren,ob sich auch andere mit meiner Weltsicht, bestimmten Gefühlen und Erfahrungen identifizieren können. Daran kann man auch erkennen, ob bestimmte Gedanken, Wahrnehmungen oder Konflikte nicht nur etwas Persönliches sind sondern vielleicht typisch für das Jetzt und unsere Gesellschaft, dass man also Themen einer Zeit oder Generation angesprochen hat.

  2. Wie gehst du mit Schaffenskrisen um? Wie mit der Griechenlandkrise. Welche
    von beiden magst du lieber?

Auch wenn Schaffenskrisen sehr unangenehm sind, sind sie wohl weniger komplex und leichter zu überwinden, als die Griechenlandkrise. Man kann sich gegenüber der eigenen Lähmung zwar auch ohnmächtig fühlen, trotzdem hat man es eher selbst in der Hand.
Ich ärgere mich allerdings extrem über Schaffenskrisen. Ich wäre gern so viel produktiver. Und meine Zweifel werde ich auch so gut wie nie los. Das Beste ist für mich dann, den
Druck zu reduzieren und mir zu sagen, dass es auch erst mal reicht, kleine Brötchen – oder zur Abwechslung einfach mal einen Kuchen – zu backen.

  1. Wer oder was inspiriert dich?

Mich inspirieren vor allem Stimmungen oder eine besondere Atmosphäre, das ist
dann wie ein innerliches Rauschen, dass die die Gedanken zum Fließen bringt. In
einen „Stimmungszustand“ zu kommen, ist allerdings nicht so einfach, manchmal passiert es durch Zufall, oder durch ein schönes Lied, Bilder, bei Spaziergängen, beim
Radfahren, manchmal, wenn ich im Vorübergehen einen besonderen Satz aufschnappe, manchmal auch beim Filme schauen oder lesen. Aber es klappt eben nicht auf Knopfdruck, eher in Zeiten der Muße – und die habe ich – öder gönne ich mir vielleicht auch zu selten, darum ja auch die Schaffenskrisen…

4. Worüber hast du dich zuletzt gefreut?

Ich freue mich oft über Kleinigkeiten im Alltag. Wenn der Wind die richtige Temperatur hat, wenn ich aus der Tür trete, und es in diesem Moment zu regnen aufhört, über rote Mohnblumen auf verwilderten Randstreifen, oder wenn ich ausnahmsweise mal in der schnelleren Schlange stehe…

Gerade freue ich mich auf die Ausstellung „Stadt im Wald“ www.facebook.com/events/1581319245479415 und dass Astrid Rieger gerade zu Besuch ist.

5. Wovor hast du wirklich Angst?

Ich habe natürlich diese klassischen Existenzängste, wie zu wenig zu Geld verdienen, dann Hartz 4 beantragen zu müssen, aus meiner Wohnung zu fliegen etc.
Aber eigentlich habe ich am meisten Angst davor, dass ich wegen dieser Existenzängste manche Dinge gar nicht erst versuche. Und dann meine Zeit am Ende doch nur mit Geldjobs verbringe, statt mich dem zu widmen, was mir wirklich wichtig ist.

  1. Hast du Zeit zu Lesen, was war das letzte Buch/Onlineartikel, das/den du gelesen hast. Hast du Tips?

Da wir ja eine Ausstellung zum Thema „Stadt im Wald“ machen, fand ich es passend, den Klassiker „Walden“ anzufangen, ich bin aber noch nicht ganz durch damit.
Es ist ein interessantes Buch und ich verstehe dieses Streben nach einem einfachen aber intensiven Leben im Einklang mit der Natur sehr gut. Auch diese Frage nach dem, was ein Leben ausmacht und inwiefern die meisten an der eigentlichen Erfüllung vorbeigleiten, indem sie zu viel arbeiten und nach mehr Besitz streben, finde ich sehr interessant, vor allem weil manche dieser Reflexionen und Beschreibungen auch heute noch überraschend aktuell sind – das Buch stammt ja von 1854.

Auf der anderen Seite kann Thoreau manchmal auch ein Moralapostel sein und urteilt vielleicht zu pauschal über das Leben der anderen.

Ich glaube, es ist immer falsch, den eigenen Lebensentwurf für den richtigen für alle Menschen zu halten. Dazu sind wir zu vielfältig und auch unsere Bedürfnisse sind unterschiedlich.

  1. Besitzt du eine Geheimdose? Glaubst du dass ich eine hab, und wenn ja was glaubst du ist darin?

Da ich nicht das Bedürfnis habe, alle meine Gedanken mit der Welt zu teilen,
befindet sich in meinem Gehirn wahrscheinlich eine Geheimdose.
Tja, ob Du eine hast, Eva? Wer nach einer Geheimdose fragt, hat vermutlich eine😉
Was darin sein könnte? Dinge, die Dich an etwas erinnern? Dinge, die Du nicht
verlieren willst, und die Du darum sicher aufbewahrst? Dokumente von Zeiten,
Erlebnissen, Gedanken, von denen Du Dich nicht trennen kannst, die Dir aber
vielleicht auch etwas peinlich sind? Selbstgemachte Collagen, die Dich mit SpongeBob zeigen ?

8. Worin besteht der Sinn des Lebens?

Sich in der Welt und im Leben auf eine Weise einbringen zu können, die einem das Gefühl gibt, dass das Leben einen Sinn hat.

Das klingt erstmal einfach, ist aber eine riesige Herausforderung, finde ich.

9.Wenn du eine Comic/Cartoonfigur wärst, wer wärst du und warum?

Ich war mit 4 oder 5 Jahren mal Donald Duck an Fasching, damals war er meine
liebste Comicfigur. Meiner Oma war meine Verkleidung total peinlich. Und mir irgendwann auch,
weil mir die gelbe Strumpfhose schon etwas zu klein war und sie dauert gerutscht
ist. Den ganzen Tag hab ich damit verbracht, sie hochzuziehen. Im Grunde ein
totales Donald Erlebnis.

Wer ich heute wohl wäre? Sicher nach wie vor kein Strahleheld sondern einer von denen mit kleiner Macke.

10. In diesem Moment: Ein Song, ein Film, ein Essen für die einsame Insel?

Ich esse beim Arbeiten manchmal fanatisch gern „to go Babymöhren“, die sind schon geschält und gewaschen und auch noch aus den USA importiert. Also im Prinzip total pervers, klimaschädlich etc.

Aber ich kann es leider nicht lassen, ich bin süchtig danach. Aber ich gehöre zum Glück noch nicht zu den hochgradig Karottensüchtigen,die bis zu 3 kg am Tag essen.

Auf einer zwar nicht völlig einsamen aber wunderschönen Insel war ich im März. Dort kann ich sogar die Karotten verzichten. Die passende Musik dazu: https://soundcloud.com/karmameleon

11.Please verify that you are human *

Sorry, the answer was censured.

Ich nominiere Astrid Bührle und Sabine Palm.

Astrid bloggt zwar nicht, aber ich kenne niemand anderen, der so viele Malereien auf facebook präsentiert. Würde mich aber auch nicht wundern, wenn sie irgendwo dicke Papierstapel sammelt, die sie eines Tage in ihrem ersten Roman verwandelt.

Sabine bloggt (noch?) nicht aber sie schreibt und hat ganz sicher spannende Antworten parat!

Hier sind meine Fragen (unter anderem geklaut):

  1. Warum hast Du Dir keinen „anständigen Beruf“ gesucht, bzw. warum genügt Dir Dein Job nicht und Du arbeitest auch noch künstlerisch?
  2. Wie gezielt gehst Du ans Werk, wie viel überlässt Du dem Augenblick, dem Zufall?
  1. Woher nimmst Du den Glauben an Deine Werke?
  2. Was ist für Dich persönliche Weiterentwicklung?
  3. Wovor hast du wirklich Angst?
  4. Wie wichtig ist Dir Bestätigung und wie definierst Du Erfolg?
  5. Welche Rolle spielt Arbeitsroutine für Dich und wie sieht Deine aus?
  6. Kommt man auch mit Disziplin in einen „Flow“ oder was muss dafür passieren?
  7. Kann Kunst/Literatur die Welt verändern?
  8. Wie könnte Dein Leben in einem Paralleluniversum aussehen?
  9. Worin besteht der Sinn des Lebens?
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Weltende

Hier und heute endet die Welt.
Deine Welt, meine Welt, unsere Welt, diese Welt, die andere Welt, alle Welt…?

Und dann –
Weltenschrott, Weltentrümmer, Zusammenbruchwelten, Weltverendungen oder doch einfach nur Weltenden?

Am Weltende platzen individuelle Infernos in die Öffentlichkeit. Der Untergang – ein Publikumsmagnet, hat Sogwirkung, er treibt uns in berauschende Paranoia, verleitet zu Gedankenstürzen in unbekannte Tiefen des Weltalls, schwarze Löcher stülpen sich nach außen und spucken die dunklen Verwurzelungen unseres Unterbewusstseins aus. Kollektive Schreckensbilder, dämonische Phantasien, verbotene Gedanken, entfesselte Begierden, Albtraumvisionen, Angstobsessionen, einst gezähmt von der Zivilisation, eingedämmt von Zeitmanagement und Fortschrittsarchitektur, unterdrückt bis heute und doch stets im Schatten lauernd. Dieses dunkelste Etwas, nun wieder aufgetaucht und ungebrochen in seiner Macht. Heute noch wird der Boden unter unseren Füßen zu wanken beginnen und wir werden jedes individuelle Leiden, jedes persönliche Unglück, jede Ahnung und Erfahrung schlimmster Schmerzen aufgeben für das viel Größere, diese eine grenzenlose mächtige Katastrophe, die in ihrer Absolution alle anderen überflüssig macht, die auch unsere Grenzen, unsere Ambitionen überflüssig macht, so dass die letzten Barrikaden zwischen uns fallen und wir zu einer reinen Masse aus Kohlenstoffverbindungen verschmelzen, und vereinigt in einer kollektiven totalen Angst einen Frieden finden, einen unendlichen, meditativen, glückseligen Frieden, befreit von jeder schäbigsten Sehnsucht, in einem fast schon körperlosen Zustand – bevor wir verbrennen oder erfieren, ersticken oder implodieren oder gar auseinandergesprengt werden und ins Weltall schlittern, aufeinander zu, ineinander hinein, um  schließlich aus den Versatzstücken unserer Überreste neue  Körper zu bilden. Um als solche, monsterhaft verstümmelt, fünfäugig, sechsbeinig, lichtgeschwindig in fremde Galaxien einzudringen, als Satan oder Messias oder einfach als Außerirdische, als Fremdlinge, beäugt, begutachtet, gehasst, bewundert, verfolgt oder verehrt. Und dann werden wir ganz ungewollt und zwangsläufig wieder zu einem Teil von etwas werden, einer Welt, die langsam aber sicher ihrem Ende entgegen strebt.

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Abgetaucht

Meine Augensterne sind abgetaucht.
Jede Gesinnung wird verschluckt.
Expansion der Nebelwand.

Verlangsamtes Verlaufen,
versammelte Verspätung.
Etwas entgleitet mir.
Der Virus lebt in meinem Kopf.

Unter den Körnern im Sand
Gedanken, die Straßen beleben.
Erdachte Materie
kaum verstrickt mit der Stadt.

Es ist gefährlich, ohne den Schutz der
Undurchschaubarkeit zu leben.

Doch solange ich hier bin,
bin ich frei.

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Raubfisch

Spät in der Nacht kam sie nach Hause, sturzbetrunken und todmüde. Sie war zu abwesend und neben der Spur, um die Dinge um sich herum noch wirklich wahrzunehmen. Alles drehte sich, sie starrte auf Wände und in Ecken, um das Karussell im Inneren zu verlangsamen, versuchte, die Augen an Gegenständen im Raum festzukleben, glitt aber  immer wieder an ihnen ab. Gedanken strudelten unvollendet weiter.

Die Fische im Aquarium hatten sich längst verkrochen, bis auf einen, ein ziemlich dicker, der schwamm noch oben herum.
Doch auch ihm verlor sie aus dem Blick, gab es auf, die Augen offen zu halten und legte sich auf ihr Bett, so, wie sie war, putzte sich nicht die Zähne, schminkte sich nicht ab, zog sich nur mit den Füßen die Schuhe aus.

Die ersten Stunden schlief sie fest, doch dann begann dieser Traum. Immer wieder wurde sie von Pac Man verfolgt, und kurz bevor er sie schnappte, teilte sich ihr Körper in zwei Hälften und dabei verdoppelte sie sich. Der neu entstandene Zwilling wurde dann sofort von Pac Man gefressen. Sie war in Panik, versuchte, schneller zu werden, geriet außer Atmen, zappelte, ruderte, kam aber trotzdem kaum voran. Pac Man wurde vom Auffressen ihres Zwillings immer dicker und dicker, aber kein bisschen langsamer. Bis er auf einen Schlag auf den Rücken fiel und sich nicht mehr bewegte.

Sie wachte ruckartig auf, ihr Herz klopfte wie wild. Panisch lief sie zum Aquarium. Es waren keine Fische zu sehen, bis auf den einen, großen.
Er hatte einen aufgeblähten Bauch und schwamm auf dem Rücken.

_ beitrag für pareidolia

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Randstreifen.Vergessen.

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Metatext – Finde den Spalt, durch den dieser Text eine Revolution auslösen kann…

Heute habe ich mich entschieden, mich von meinem lange Jahre gepflegten clairewalka.de Metatext zu verabschieden. Da ich meine Website und meinen Namen ja auch beruflich nutze, könnte er vielleicht den einen oder anderen Auftraggeber irritieren…
Nun tue ich also einen weiteren Schritt in Richtung Anpassung. Nur um der Arbeit willen… Traurig aber wahr…

Damit der Text aber sein Denkmal erhält, erscheint er hier in voller Länge.
Denn es waren ja sonst meistens sowieso nur die ersten Sätze zu sehen:

Hier also alles:

dies ist ein versteckter text der keinen sinn macht. also völliger unsinn in versteckten zwischenräumen, als wäre dies ein verbotenes, politisches manifest. finde es, finde den spalt, durch den dieser text eine revolution auslösen kann. und ich finde dich, damit wir gemeinsam den irrsinn zelebrieren – und die macht der sprache. hinter den türen, unter dem teppich – in welche abgründe stürzen wir uns auf der suche nach dem schlupfwinkel, beim ausbruch aus dem unsichtbaren, in welches diese ebene uns verwandelt hat? ausgelöscht, aus den augen der monitore und menschen, aus ihrem sinn- und unsinn? kann man dennoch erkannt werden? als bodenlos pure sinnlosigkeit, als reines, wahres vergnügen der nichtigkeit? als gemeines nichts das besticht durch seine penetrante abwesenheit? kann dieser versteckte metatext zur metaebene werden, ein hidden layer der uns belagert, um dennoch gesehen zu werden? bin ich eine metapher in buchstabenform, eine buchstabensuppe im einheitsbrei? wenn ich hier navigiere, ein universum exploriere auf meiner safari, einer suche nach poesie, der richtigen pose, oder besser noch, der richtigen pause. was sollen all diese worte und gedanken, die aus meinem kopf strömen, dinge, die keiner braucht? ich weiß nie, wohin das führt, ein redeschwall zwischen synapsen, durchtränkt von transmitter und manchmal vielleicht herbem bier. wann ist es soweit, wann kann ich aufhören, in den wind zu pusten, rauchzeichen im dampf des kraftwerks, ungesehen, ununterscheidbar, wie tränen im regen vielleicht, und darum quasi ungeschehen. kreuzungen, kreuzigungen, zungen, die böses reden oder einfach nur regnen, worte, noch schwarz und doch bald unsichtbar.
wie andere das wohl anstellen? wie andere diesen platz füllen, der eben nunmal gefüllt werden muss, oder sollte, auf diese weise oder auf unerdenkliche weise… muss man nicht irgendwo eine spur hinterlassen, auch wenn sie unsichtbar ist? wie sie sich nun in spalten verliert, versteckt wird, auf einer unsichtbaren ebene, die nur ein verweis ist auf das nächste bild, den nächsten frame… ist das nicht der eigentliche weg? ein verweis zu sein auf das nächste… also notwendig zu sein für das erreichen des nächsten und dabei dennoch unsichtbar? fast wie ein katalysator, der dinge verändert während er selbst unverändert bleibt…
wie wäre es, dinge zu verändern und dabei unerkannt zu bleiben?

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Über die Möglichkeit eines emanzipatorischen Befreiungsaktes der Männlichkeit durch das Pinnen von Rebert-Buttons auf den Hosenschlitz

The Show must go on… Darum mal wieder Recycling: Mein alter Ego „Pierre D. Lune“ ließ sich für die Pareidolia 6 zum Thema Liebe von einer Alltagssituation, und zwar einem Rebert-Konzert (Nordic Italowestern Freesurfpunkrockenroll) im Komet inspirieren:

Über die Möglichkeit eines emanzipatorischen Befreiungsaktes der Männlichkeit durch das Pinnen von Rebert-Buttons auf den Hosenschlitz

Der erste Gedanke eines vorübergehenden Mathematikstudenten war, dass es infantil ist, als Mann seine Geschlechtsmerkmale so zu betonen. Denn das ist wohl kaum vergleichbar mit dem betörenden Reiz eines tiefen Decolltees bei Frauen, obwohl  es sich dabei auch nur Geschlechtsmerkmale handelt.

„Der männliche Körper besitzt nicht die Schönheit des weiblichen Körpers“, so der Student. Verzierungen und Akzentsetzungen sind deshalb lächerlich oder gar peinlich.

Sehr oft sind es die Männer selbst, die ihren Körper im Vergleich mit dem weiblichen abwerten. Doch woher soll Selbstbewusstsein kommen, wenn man sein eigenes Geschlecht nicht als schön empfindet?

Der emanzipierte Mann räumt auf mit diesem Klischee: Er erfindet die Schönheit neu. Er nimmt sich alle Freiheiten. Er nimmt sich zum Beispiel Rebert-Buttons und pinnt sie sich vor den Schwanz.

Ein spontaner Akt. Erstmal ist es nur ein Scherz. Aber konsequent fortgeführt steht mehr dahinter: Mut und Selbstbewusstsein. Der Mut, das zu tun, wonach einem der Sinn steht, auch wenn es befremdet. Und das Selbstbewusstsein, dass man die Befremdung ertragen kann.
Denn Rebert-Buttons auf dem Hosenschlitz zu tragen ist trotz aller Lächerlichkeit tabu.
Darum ist es nicht einfach eine Mode. Es ist ein Statement!

Vielleicht dieses: „Ja, ich stehe dazu, dass ich einen Schwanz habe!“
Oder aber: „Ja, du darfst hinschauen!“

Natürlich wäre es wichtig, einen Schritt weiter zu gehen.
So weit, die Individualität der eigenen Bedürfnisse auszuleben und dabei einer neuen Männlichkeit auf die Spur zu kommen. Das muss jeder auf seine Art tun.

Irritieren statt imitieren!

Denn wenn Rebert-Buttons als Schwanz-Schmuck oder Schutzwall nur noch eine Mode sind, verlieren sie ihre Kraft. Emanzipation verliert immer ihre Kraft, sobald sie eine Mode wird. Jede Massenbewegung steht dann der Befreiung des Individuums entgegen.

Darum, auf zu neuen Ufern! Warum Emanzipation und Genderstudies allein den Frauen überlassen?

Auch Selbstreflexion kann eine Form inniger Liebe sein.

Pierre D. Lune
– Existenzforscher –

PS: Mir wurde gesagt, mein Text solle pornografisch sein, aber dafür genüge es, hin und wieder das Wort „Schwanz“ zu benutzen. Daher freue ich mich, dieses brisante Thema durch das Benutzen eines einzigen Wortes auch Freunden der Pornografie zugänglich gemacht zu haben!

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